Sammlung von Alt-Fenstern

http://www.rewindo.de/"Urban Mining" - Kunststofffenster sind wertvolles Rohstofflager

Die Idee des Recyclings entstand bereits Anfang der 1990er Jahre. Zu dieser Zeit kamen allerdings nur vereinzelte Fenster zu den Herstellern zurück - und zwar fast ausschließlich neue, die entweder "vermessen" waren oder bei Transport bzw. Einbau beschädigt wurden.

Kunststofffenster sind seit den 70er-Jahren am Markt präsent. Sie sind mindestens 25 Jahre im Einsatz, die durchschnittliche Verwendungsdauer liegt nach Schätzung von Fachleuten bei etwa 35 Jahren. Das bedeutet, dass ein relevanter Rückfluss von Altfenstern erst um die Jahrtausendwende begann.

Von Anfang an agieren die Mitglieder des ÖAKF umweltbewusst und propagierten die Sammlung und Verwertung von Altfenstern, aus welchem Material auch immer - Kunststoff, Holz, Holz/Alu. Doch jede Form der Verwertung stand in der ersten Phase in Konkurrenz zu den Annahmepreisen der Deponien. Solange Recycling nur mit kleinen Mengen und in Handarbeit betrieben wurde, war es trotz Material-Rückgewinnung meist teurer als die Deponierung.

Die Situation änderte sich schlagartig mit den Deponie-Verordnungen in Österreich und (ein Jahr später) in Deutschland. Ab 2004 (Ö) bzw. 2005 (D) durften Stoffe mit größerem Heizwert nicht mehr deponiert werden. Zur Verwertung in Fernheizwerken eignen sich Altfenster aber nur bedingt. Daher kam es ab Mitte des vorigen Jahrzehnts zum großen Boom beim Fensterrecycling, dessen Ende noch gar nicht absehbar ist.

Altfensterverwertung in Österreich

Österreichs Reststofftechnik GmbH bei Salzburg war von Beginn an als Pionier der Verwertung von Altkunststoffen engagiert. Mittlerweile gehört das Unternehmen zu den führenden PVC-Recyclern Europas und wurde 2013 als erstes derartiges Unternehmen in Europa nach EuCertPlast zertifiziert.

Neben Reststofftechnik sind auch die Recyclingpartner der deutschen Recycling-Initiative Rewindo in Österreich aktiv: VEKA UT mit Logistikpartnern und die dt. Tönsmeier Gruppe (dekura).

Die jährlichen PVC-Recycling-Mengen werden unabhängig auditiert und europaweit an RecoVinyl berichtet. Seit dem Jahr 2000 entwickelte sich das Recycling rapide. Damals wurden 76 Tonnen PVC-Recyclat aus Altfenstern gewonnen – derzeit verarbeitet Reststofftechnik mehr als tausend Tonnen Kunststofffenster (2012: 1.312 t) wieder zu reinem PVC und liefert und liefert diesen hochwertigen Rohstoff an die Fenster- oder Bauprofilindustrie.

Der Reinheitsgrad (Reststofftechnik liefert bis zur Qualität 99,99%) macht aus dem ursprünglichen Altmaterial einen wertvollen Rohstoff, für den es einen internationalen Absatzmarkt gibt. Die Wirtschaftlichkeit des Fenster-Recyclings bringt - im Gegensatz zur früheren Deponierung - klare Kostenvorteile für den Fenstertausch.

 

 

Input Gewicht ohne Glas  [t]

Fenster [Stück]

Output PVC-Recyclat [t]

2000

146

3.842

76

2001

132

3.474

69

2002

143

3.763

74

2003

114

3.000

59

2004

169

4.447

88

2005

211

5.553

110

2006

233

6.132

121

 2007

931

24.500

484

2008

1.408

37.053

732

2009

1.721

45.294

895

 

 

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