Die ökologische Empfehlung

Jeder Baustoff, jedes Bauelement für ein Gebäudes muss produziert, transportiert, eingebaut werden. Danach folgen Nutzung und Instandhaltung. Nach vielen Jahren wird renoviert (oder abgerissen), somit ausgebaut, verwertet oder deponiert. Jeder einzelne dieser Schritte benötigt Material und Energie und hat Auswirkungen auf die Umwelt.

Kunststoffe, Metalle oder Beton - aber auch nachwachsende Rohstoffe wie Holz - durchlaufen ähnliche Zyklen: alle brauchen Energie, wenn sie gewonnen/geerntet, verarbeitet, transportiert oder rückgebaut und verwertet/recycliert werden.

OI3-Indikator

Der vom IBO - Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH entwickelte OI3-Indikator wählt aus der Vielzahl der Umweltauswirkungen drei Größen

-        -          Treibhauspotential [kg-CO2-Äquivalente]
-          Versauerungspotential [kg-SO2-Äquivalente]
-          Verbrauch an nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen [MJ].

und zieht aus den normierten Werten dieser unterschiedlichen physikalischen Größen einen arithmetischen Mittelwert. 

Diese Vorgehensweise kommt dem verständlichen Wunsch nach einer einfachen Bewertung nach, ist aber wissenschaftlich stark umstritten. Ein Ranking von Produkten ist zwar "möglich", scheint aus mehreren Gründen allerdings wenig sinnvoll:

  • Der OI3 Index bewertet nicht den gesamten Lebenszyklus "von der Wiege bis zur Bahre" sondern die Bewertung endet am Fabrikstor "Cradle to Gate", 
  • Die Wirkung "nichterneuerbare Energien" und "Treibhauspotenzial" sind teilweise überdeckend,
  • Die Nutzungsphase wird weder im positiven (technische Leistung, Energieeinsparung) noch im negativen (Erhaltungsaufwand, Reparaturen) einbezogen.

klima:aktiv

Seit nunmehr 10 Jahren forciert das Umweltministerium ("Ministerium für ein lebenswertes Österreich") die Dachmarke klima:aktiv mit dem Ziel, Energieeinsparung zu promoten. 

Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv seit dem Start im Jahr 2004 operativ um und koordiniert die zielgruppenorientierten Aktionen in den Bereichen Bauen & Sanieren, Energiesparen, erneuerbare Energie und Mobilität.

Im Baubereich listen diverse Kriterienkataloge die "Qualitätskriterien" auf, deren vollständige Erfüllung 1000 Punkte bringen. Einige davon sind Muss-Kriterien. Es gibt drei Bewertungs-Niveaus: Bronze, Silber und Gold. Letzterer wird ab einem Punktestand von 900 Punkten vergeben.

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