Wirkungskategorien - Bausteine der Bewertung

Der ausschließliche Blick auf ökologische Auswirkungen ist ebenso wenig sinnvoll wie der ausschließliche Blick auf die Kosten. Vielmehr sollte die Frage lauten: Wie bekomme ich den größten Umweltnutzen pro investiertem Euro. Dieser Nutzen bemisst sich überwiegend über die Leistung des Fensters während seines jahrzehntelangen Einsatzes (z.B. Energieeinsparung), und nur zum geringen Teil über die Aufwändungen, die zu seiner Produktion erforderlich sind. 

Eine seriöse Bewertung umfasst also alle Lebenszyklen des gesamten Gebäude und seiner spezifischen Nutzung. Trotzdem ist es interessant, welche Umwelt-Auswirkungen von Baustoffen und einzelnen Bauelementen ausgehen können - und was die österr. "Öko-Bewertungs-Systeme" wie baubook, klima:aktiv etc. davon tatsächlich betrachten. 

Umweltauswirkungen gibt es in drei Themenfeldern: Generelle Umweltauswirkungen, Material- und Energieeinsatz sowie Output-Flüsse und fester Abfall. Im einzelnen: anderem folgende Wirkungskategorien:

Umweltauswirkungen

· Globales Erwärmungspotenzial (GWP)
· Abbaupotenzial der Ozonschicht (ODP)
· Nährstoffverarmung von Boden und Wasser (Atrophierung, AP)
· Nährstoffanreicherung (Eutrophierung, EP)
· div. abiotische Abbaupotenziale Ressourceneinsatz

Material- und Energieeinsatz

· Material mit innewohnendem Energiepotenzial (Öl, Holz...)
· Erneuerbare und nichterneuerbare (Prozess-)Energie
· Einsatz von Süßwasser

Output-Flüsse und Abfallkategorien

· gefährlicher und nichtgefährlicher Abfall (beginnend beim Bergbau)
· Wiederverwertung
· Recycling
· Stoffe für die Energierückgewinnung
· an Verbraucher abgegebene elektrische oder thermische Energie

Die Auflistung dieser Wirkungen ergibt eine Lebenszyklus-Analyse. Diese wiederum bilden die Hauptgrundlage für die Erstellung von Umwelt-Produktdeklarationen (kurz: EPDs – Environmental Product Declarations).

  • Bookmark and Share