Stabilisatoren

Wie kaum ein anderer Kunststoff kann PVC mit Hilfe von Additiven (=Zusatzstoffen) variiert und für einen speziellen Einsatzzweck optimiert werden. Für Fenster sind Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit (Temperatur, Licht…) am wichtigsten.

"Stabilisatoren" schützen die Eigenschaften des Materials, sie stabilisieren es:

  • Den größten Stress erleidet ein thermoplastischer Kunststoff durch die Verarbeitung. Im Urzustand würde PVC den hohen Druck und Temperaturen weit über 150 °C – beides notwendig, um den Kunststoff im Extruder weich und formbar zu machen – nicht aushalten.
  • Als fertiges Fensterprofil ist PVC dann mindestens 25, oft auch 40 oder mehr Jahre Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt – ohne dass es je neu gestrichen würde.

"Eine nicht ausreichende Stabilisierung von PVC verursacht Zersetzungsprozesse unter Abspaltung von Salzsäuregas (HCl). Dieses macht sich zum Beispiel bemerkbar beim Verarbeiten durch Kleben des Materials in der heißen Maschine, durch Blasen im Material und letztendlich auch durch Verrben des Materials." (aus Technologiestudie zur Verarbeitung von PVC, Fraunhofer Institut 2005).

Für diesen Schutz sind Stabilisatoren oder Stabilisator-Systeme verantwortlich. Früher verwendete man dafür diverse Schwermetallverbindungen auf Basis von Blei oder (noch früher) Cadmium.

Nachhaltigkeit

In Österreich erzeugte Fensterprofile sind sicher schwermetallfrei stabilisiert. Die Mitglieder im ÖAKF hatten den freiwilligen Ausstieg aus Bleistabilisatoren schon in den 90er Jahren beschlossen.

Anstelle des Bleis kommen heute ausschließlich Stabilisator-Systeme auf Basis Calcium/Zink zum Einsatz. Das sind die gleichen Systeme, die auch für den Nahrungsmittelkontakt z.B. von Verpackungsfolien zugelassen sind.

TIP: Wer allzu "günstige", weil eventuell noch bleistabilisierte Importware vermeiden möchte, nimmt CaZn-Stabilisierung als Bedingung in seine Ausschreibung auf, bzw. lässt sich schriftlich vom Händler bestätigen, dass er schwermetallfreie Ware garantiert.

Allerdings stellen auch ältere Fenster keine akute Bedrohung dar. Stabilisatoren sind fix mit der Polymermatrix verbunden. Mit anderen Worten: Stabilisatoren sind deshalb keine Gefahr für Mensch und Natur, weil sie nicht "bioverfügbar" sind und weder im Gebrauch noch auf Deponien (in umweltbewussten Ländern wie Deutschland und Österreich ohnehin verboten) "ausgewaschen" werden können. 

VinylPlus

Obwohl die Stabilisierung von PVC mit Blei durchaus legal ist, sieht VinylPlus, das 10-Jahres-Programm der europäischen PVC-Industrie, einen freiwilligen Totalausstieg aus der Bleistabilisierung bis Ende 2015 vor.

Damit reagiert man auf die Bedenken von Umweltschützern, die - durchaus nachvollziehbar - damit argumentieren, dass sowohl der Abbau von Blei in der dritten Welt wie auch die Rückstände bei einer eventuellen Verbrennung zu Belastungen führen können. Das trifft zwar nicht uns in Europa, ist aber die richtige Entscheidung im Sinn globaler Verantwortung.

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