Ca. 30 Millionen Kunststoff-Fenster sind derzeit österreichweit in Verwendung. Einige tausend Rahmen jährlich müssen aus Sanierung oder Abbruchhäusern entsorgt werden. Kunststoff-Fenster sollten aber nicht am Müll enden, sie sind wiederverwertbar.
Die ersten Kunststoff-Fenster wurden vor über 35 Jahren eingebaut. Seit dieser Zeit haben sie sich in der Praxis aufs beste bewährt. Ihre ökonomischen und ökologischen Vorteile konnten überzeugen, längst sind sie Marktführer vor allen anderen Profil-Materialien.
Kunststoff-Fenster sind darüber hinaus äußerst wartungsfreundlich. Sie benötigen keinen Anstrich und verringern daher die Umweltbelastung durch den Verzicht auf chemischen Oberflächenschutz, Lacke und Lösungsmittel. Fenster-Kunststoff ist auf allen Verarbeitungsstufen wiederverwendbar und somit Teil des Recyclingkreislaufs. Bereits in der Profilherstellung bleibt der Verschnitt im Produktionsprozess. Profilabschnitte werden zu Granulat zermahlen, erwärmt und zu neuen Profilen extrudiert.
Auch alte, ausgebaute Kunststoff-Fenster werden stofflich wiederverwertet. Das ist möglich, weil Kunststoff-Fenster selbst nach jahrzehntelangen Witterungseinflüssen ihre Materialeigenschaften bewahren.
Ein Praxisversuch in Deutschland zeigte, dass PVC seine hervorragende Qualität selbst nach mehr als 25 Jahren behält: In einem (überdurchschnittlich belasteten) Industriekomplex wurde 1994 der Zustand von 1970 eingebauten Fenstern untersucht und wie folgt beurteilt:
"Die nach außen gerichteten Profiloberflächen zeigten einen dünnen, hellen, einer Patina ähnlichen Belag. Pigmente wie Titanoxid sowie Teile des Füllstoffs Kreide bilden eine UV-resistente, mineralische Schutzschicht von max. 200 µm, die jede tiefergreifende Zerstörung der Profile verhindert"
(J. Gäbler, SKZ-Fachtagung Würzburg)
Auf der Innenseite der Profile konnten – außer einer teilweise leichten Verschmutzung durch die Benutzung – keine (!) optischen Veränderungen festgestellt werden.
Sammlung und Recycling von post consumer Altfenstern wird z.Zt. überwiegend vom österreichischen Entsorger Reststofftechnik GmbH in Henndorf (bei Salzburg) durchgeführt. Das Unternehmen übernimmt seit den 90er Jahren Fenster aus allen Materialien. In den Anfangsjahren wurden Altfenster vorverarbeitet und die PVC-Profile dann zum eigentlichen Recycling ins erste große Recyclingwerk Europas nach Deutschland verfrachtet.
Seit Anfang 2006 betreibt Reststofftechnik eine eigene Recyclinganlage für Fenster - seit 2007 auch für Rohre - aus PVC. Der dabei anfallenden Kunststoff wird vollautomatisch von Metallen, Mineralstoffen, Glas, Fremdkunststoffen usw. getrennt. Das daraus hergestellte Mahlgut steht – farbsortiert nach weiß und bunt – wieder der Profilextrusion zur Verfügung.
Weitere leistungsfähige Anlagen zum Fenster-Recycling befinden sich in Behringen (Veka UT, Behringen liegt in Thüringen/BRD) und Höxter (Tönsmeier Kunststoffe, Höxter liegt in NRW/BRD). |