Fenster für den Katastrophenfall

Für exponierte Lagen - ob im Hochgebirge bei Lawinengefahr oder im Tal, wo Hochwässer drohen - wurden spezielle Kunststofffenster entwickelt, die höchste Sicherheitsstandards gewährleisten.

Lawinenschutz

Von Standardkonstruktionen unterscheiden sich Lawinenschutzfenster durch ein extra starkes Glas, verstärkte Stahleinlagen, spezielle Sicherheitsbeschläge und die Montage durch speziell ausgebildete Fenstermonteure.

Diese Spezialprodukte werden regelmäßig einem anspruchsvollen und extrem strengen Produkttest, z. B. bei der MA 39, der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien, unterzogen.

Dabei wird die gewaltige Wucht einer Lawine simuliert: Innerhalb der drei Teilprüfungen lässt man u. a. 5 bis 17 kg schwere Lederbälle, gefüllt mit Kork und Metallschrott, aus einer Fallhöhe von 2,70 bis 6,30 Meter auf die Füllflächen der Lawinenschutzfenster aufprallen, ebenso wird der Aufprall von Festkörpern, die von Lawinen mitgerissen werden, simuliert. Die hierfür verwendeten Stahlkugeln haben einen Duchmesser von 100 mm und sind 4,11 kg schwer.

Im Lawinenschutz sind vier Belastungsklassen definiert. Jene Belastungsklasse, die aufgrund eines Gutachtens des Amtssachverständigen für Wildbach- und Lawinenverbauung unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und der zu erwartenden Lawineneinwirkung vorgeschlagen wird, bestimmt die Anforderungen an Konstruktion und Einbau.

Hochwasserschutz

Bei Hochwasserschutzfenstern handelt es sich im Prinzip um die gleiche Konstruktion wie bei Lawinenschutzfenstern, die nach ÖNORM 5302 auf ihre Hochwassersicherheit geprüft werden. Wesentliches Konstruktionsdetail ist die Glaseinfassung beim Flügel, die jeden Wassereintritt verhindert und für eine Druckfestigkeit von bis zu 1.500 kg/m2 ausgelegt ist.

Lawinenabgänge und Überschwemmungen kann man nicht verhindern, man kann aber Vorsorge treffen, die Sicherheit für Personen und Sachen zu erhöhen.
 
 

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