Gesunde Raumluft

Etwa 12 Atemzüge machen wir jede Minute und „verbrauchen“ dabei jedes Mal etwa 0,5 Liter Luft. Macht gut 8,5 m³ pro Tag. Da sind störende Gerüche, Schadstoffquellen wie Zigarettenrauch oder Reinigungsmittel und Feuchtigkeit aus Küche, Bad oder Aquarium noch gar nicht berücksichtigt.

Zum Wohlfühlen brauchen wir also ständig neue, hygienisch/frische Luft. Eine Daumenregel besagt: Pro Person und Tag sollte der Luftaustausch in Innenräumen mindestens 36 m³ betragen.

Natürlich schätzen wir auch eine angenehme Luftfeuchtigkeit. Vor allem in der Heizperiode wird eine relative Feuchte (r.F.) von 20 % oder weniger als unangenehm trocken empfunden. Das Optimum liegt zwischen 30 … 45 % r.F. Dauerhaft höhere Werte (über 55 %) führen eventuell zu bauphysikalischen Schäden.

Schimmel

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. An kalten Punkten kühlt die Luft ab und das Wasser kondensiert zu kleinen Tröpfchen. Der Effekt: „Eisblumen“ auf Großmutter‘s Fensterscheiben oder, weniger romantisch, Holz- und Lackschäden dort, wo sich das Wasser von der Scheibe sammelt.

Wenn Baumängel – sogenannte „Kältebrücken“ – die Kälte an die Kanten und Ecken eines Zimmers leiten, dann geht dort viel Energie verloren und es besteht zusätzlich die Gefahr von Feuchteflecken oder Schimmelbildung.

Technische Lüftung

Was bedeutet das für neue Fenster, die Energie sparen und daher eine hohe Luftdichtheit aufweisen? Können zu dichte Fenster gar zu Feuchteschäden oder Schimmelbildung führen?

Diese Sorge ist unbegründet. Um dem Problem vorzubeugen, verfügen moderne Fenster über ein eingebautes Lüftungskonzept, das – auch bei geschlossenen Flügeln, z.B. bei Abwesenheit der Wohnungsnutzer – den Feuchtigkeitsaustausch regelt. Damit das verlässlich funktioniert, dürfen die kleinen Schlitze im Fensterstock nicht verstopft, verschmutzt oder verklebt werden!

Passivhäuser mit Wärmerückgewinnung verfügen über ein von Sensoren geregeltes System des laufenden Luftaustauschs. Die „Komfortlüftung“ misst Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid und andere Parameter und sorgt für kontinuierliche, unmerkliche Lüftung.

Händische Stoßlüftung

Ziel des Lüftens während der Heizperiode ist allein der Luftaustausch. Werden die Fenster bloß kurzzeitig geöffnet, kühlen Wände und Einrichtung nicht ab und erhalten die gespeicherte Heizenergie.

Wenn möglich öffnet man zwei gegenüber liegender Fenster (Querlüftung) und schiebt Vorhänge o.ä. Hindernisse zur Seite. Je kälter es draußen ist, desto kürzer ist die empfohlene Lüftungsdauer. Bei einer Außentemperatur unter Null sollte man jedenfalls mit 5 Minuten pro Lüftung das Auslangen finden.

Weitere Informationen

Merkblatt der Plattform Fenster zum Thema Kondenswasserbildung an Fenstern und Türen.

Positionspapier des Arbeitskreis Innenraumluft zu Schimmelpilzen in Innenräumen.

Fachartikel von Glasermeister Jürgen Sieber aus dem Verlag Holzmann Medien GmbH & Co KG, GGF - Das Praxismagazin für Produktion und Montage www.gff-magazin.de

 

 

 

 

 

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