Gar nicht faul: Das Passivhaus

Maximal zehn Teelichter sollten ausreichen, um ein 30 m² großes Zimmer zu heizen. Dann ist die Königsklasse des Energiesparens erreicht: der Passivhaus-Standard. Doch die Technik bleibt nicht stehen. Mittlerweile gibt es sogar noch höhere Energiespar-Niveaus.

Natürlich heizt in der Realität niemand mit Kerzen sondern mit einem ausgeklügelten high-tech Heizungssystem, welches allerdings bescheiden ausgelegt sein darf: Maximal 10 W/m² müssen ausreichen. Zum Vergleich: Ein alter Heizlüfter mit einer Leistung von typisch 2000 Watt wäre im Passivhaus ausreichend, um eine Wohnfläche von 200 m² im tiefsten Winter wohlig warm zu temperieren!

Warmwasserbereitung, Belüftungssystem, Wärmepumpen und sonstige Hausgeräte verbrauchen zusätzliche Energie. Die Definition eines Passivhauses umfasst daher drei Werte:

  • Heizwärmebedarf unter 15 kWh/m²a
  • Primärenergiebedarf für Heizung/Warmwasser/Hausgeräte < 120 kWh/m²
  • Dichtheit von Wänden und Ritzen unter dem Testwert von n50 < 0,6 h-1

Das Konzept des Passivhauses wurde vom Passivhaus Institut (PHI) unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Feist entwickelt. Bereits 1990 demonstrierte Feist ein regulär bewohnbares Mehrfamilienhaus mit einem Heizenergiebedarf von weniger als 12 kWh/m²a.

Obwohl diese Werte im Gesamtsystem erreicht werden müssen, ist es auch möglich, einzelne Bauelemente als passivhaustauglich zu zertifizieren. Fenster müssen demnach einen Uw-Wert von < 0,8 W/m²K aufweisen. Besondere Anforderungen werden dabei an den Rahmen gestellt. Passivhaustaugliche Kunststofffenster hat mittlerweile (fast) jeder Anbieter im Sortiment.


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