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      nachhaltig Bauen mit Kunststoff-Fenstern

WIRTSCHAFTLICHKEIT VON FENSTERN

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Ein betriebswirtschaftliches Entscheidungsmodell für einen Vergleich der Profilwerkstoffe PVC, Holz und Holz/Aluminium (E. TOPRITZHOFER, T. LEOPOLDSEDER)

Institut für Unternehmensführung, Quantitative Betriebswirtschaftslehre und Operations Research, Wirtschaftsuniversität Wien Wien, November 1994

Zielsetzung

Die Studie "Wirtschaftlichkeit von Fenstern" wurde am Institut für Unternehmensführung/Quantitative Betriebswirtschaftslehre und Operations Research der Wirtschaftsuniversität Wien erstellt. Sie zeigt die ökonomischen Konsequenzen, die sich aus der Wahl eines konkreten Fensterprofil- Werkstoffes für ein Bauobjekt ergeben, auf.

Es werden die für einen ökonomischen Vergleich relevanten Kostenarten erläutert, und ein betriebswirtschaftliches Entscheidungsmodell wird beschrieben, mit dessen Hilfe dieser Vergleich durchgeführt werden kann.

Die Studie beschränkt sich auf die Profilwerkstoffe PVC, Holz und Holz/Aluminium, die im sozialen Wohnbau in Österreich eine dominierende Rolle spielen.

Die Studie gliedert sich in folgende Abschnitte: Beschreibung der zu berücksichtigenden Kostenarten, Darstellung des betriebswirtschaftlichen Entscheidungsmodells und Anwendung des Modells auf zwei Beispiele.

Kostenarten

Die Kostenarten, die als entscheidungsrelevant erachtet werden, werden anhand des Lebenszyklusses eines Fensters in die Anschaffung, die Nutzung und die Entsorgung gegliedert.

Kosten müssen jedoch nur dann im Entscheidungsmodell berücksichtigt werden, wenn sich dadurch Unterschiede bei den einzelnen Profilwerkstoffen ergeben.

Aus diesem Grund beschränkt sich die Darstellung der Kosten z. B. während der Nutzung nur auf die Wartung der Oberflächen und nicht auf den Austausch von Beschlägen oder Dichtungen.

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Anschaffung

Bei der Anschaffung sind nicht nur die unmittelbaren Investitionskosten zu berücksichtigen. Die Studie zeigt auch andere Kostenfaktoren auf, die durch die Anschaffungsinvestition beeinflusst werden.

Zu diesen Kostenarten zählen die Prämien für Gebäudeversicherungen und das Honorar des Architekten, die beide von den Gesamtbaukosten eines Bauobjekts abhängen.

Obwohl Kostenarten dargestellt werden, nehmen sie nur einen geringen Einfluss auf die wirtschaftliche Beurteilung und können daher in der Regel vernachlässigt werden. 

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Nutzung

Die Kosten während der Nutzung eines Fensters hängen entscheidend vom Werkstoff ab. 

  1.  Kunststoff-Fenster

    Für Kunststoff-Fenster besteht während der Nutzung kein Wartungsbedarf der Oberflächen.

    Dies belegen unter anderem Studien des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation, Arbeiten der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungs-Anstalt (EMPA) und Publikationen der Landesbaudirektion Hannover. Es sind daher keine Wartungskosten zu berücksichtigen.

  2.  Holzfenster

    Zur Erhaltung ihrer Funktionstüchtigkeit müssen Holzfenster-Rahmen durch technische Maßnahmen gegen Verwitterung geschützt werden.

    Die Intensität und das Ausmaß der Verwitterung hängt ab von:

    • Exposition
    • Detailkonstruktion
    • Holzart
    • Oberflächenbehandlung

    Zur Prognose der Wartungskosten legt man die Wartungsintervalle und die Nutzungsdauer fest.

    Mit Unterstützung von Experten aus Österreich und der Schweiz, sowie durch die Auswertung diverser Forschungsergebnisse werden die Wartungsintervalle in Abhängigkeit von der Lage, von der Anstrichart und von der Farbe gemäß Abbildung 1 prognostiziert.

    Das Wartungsintervall 1 gibt dabei den zeitlichen Abstand zwischen Wartungsarbeiten an, der im allgemeinen ausreicht, um größere Schäden zu vermeiden.

    Nach jedem Wartungsintervall 2 ist eine Erneuerung des Anstrichs angezeigt, um die Funktionstüchtigkeit des Fensters zu erhalten.

    Diese Wartungsintervalle stellen Richtwerte dar, die von Bauwerk zu Bauwerk unterschiedlich sein können. In diesem Zusammenhang ist das Fachwissen der Entscheidungsträger von größter Bedeutung.

    Die Studie beschreibt drei weitere Methoden zur Festlegung von Wartungsintervallen und gibt auch Hinweise über die Lebensdauer von Holzfenstern.

    Nach der Festsetzung von Wartungsintervallen und der Nutzungsdauer zeigt die Studie auf, wie die Wartungskosten berechnet werden und im Entscheidungsmodell Berücksichtigung finden.

    Zusätzlich zu den Wartungskosten entsteht Verwaltungsaufwand, der ebenfalls Kosten verursacht.

  3. Holz/Aluminiumfenster

    Für Holz/Aluminiumfenster, die erst seit relativ kurzer Zeit auf dem Markt sind, gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse über den Wartungsbedarf. Die äußerst widerstandsfähige Oberfläche Aluminium, die zusätzlich mit Hilfe technischer Verfahren gegen Korrosion geschützt wird, erfordert keine Wartung.

    Probleme könnten eventuell an der Verbindung zwischen der Aluminiumschicht und der Holzoberfläche entstehen. Darüber gibt es jedoch keine Erfahrungswerte. Aus diesem Grund sind nach dem derzeitigen Stand des Wissens keine Wartungskosten anzusetzen.

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Entsorgung

Die Erfassung und Quantifizierung von Entsorgungskosten von Fenstern ist problematisch, da diese weit in der Zukunft liegen und die technischen Möglichkeiten zur Wiederverwertung und Entsorgung zur Zeit schwer abschätzbar sind.

Dennoch ist eine Berücksichtigung dieser Kosten für einen umfassenden Wirtschaftlichkeitsvergleich notwendig.

Die Studie beschreibt daher die derzeitige Recycling- und Entsorgungssituation für die untersuchten Werkstoffe und schlagt drei Möglichkeiten vor, wie diese zukünftigen Kosten abgeschätzt werden können. 

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Entscheidungsmodell

Das betriebswirtschaftliche Entscheidungsmodell der Autoren berücksichtigt alle für einen Vergleich notwendigen Kostenarten. Es liefert finanzwirtschaftliche Kennziffern, die eine ökonomische Entscheidung für ein bestimmtes Rahmenmaterial bzw. ein bestimmtes Angebot ermöglichen.

Aufgrund der allgemeinen Definitionen des Modells ist es möglich, zusätzliche - oder andere Kostenarten als in der Studie beschrieben - zu erfassen oder andere Rahmenmaterialien in einem Vergleich mit zu berücksichtigen.

Das Modell kann sowohl bei gleicher wie auch bei unterschiedlicher Nutzungsdauer angewendet werden.

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Resumée

Die vorliegende Arbeit liefert betriebswirtschaftliche Entscheidungshilfen für die Wahl eines bestimmten Profilmaterials für ein konkretes Bauobjekt. Die zu dieser Studie erhältliche Software ermöglicht es, mit minimalem Aufwand unterschiedliche Szenarien zu berechnen.

Abbildung 2 zeigt, dass nur eine umfassende Berücksichtigung aller Kosten zu einer korrekten Beurteilung der Wirtschaftlichkeit führt. Die unterschiedlichen Ergebnisse, einerseits bei Betrachtung der bloßen Investitionskosten und andererseits bei betriebswirtschaftlich korrekter Berücksichtigung aller Kostenarten ist offensichtlich.

Die Autoren erhoffen sich, dass durch die Anwendung der Erkenntnisse dieser Studie der Entscheidungsprozess erleichtert wird. Eine optimale Entscheidung erfordert selbstverständlich die Berücksichtigung zusätzlicher Aspekte, insbesondere ökologischer und architektonischer Kriterien.

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