von Dr. E. Spindler, Vinnolit GesmbH & Co KG
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Zusätzlich zu einer ökobilanziellen Bewertung von Produktsystemen oder Dienstleistungen muß eine ganzheitliche Betrachtung auch ökonomische und soziale Gesichtspunkte berücksichtigen. Da dann aber völlig verschiedene Dinge miteinander verglichen werden, spielen Bewertungsfragen eine große Rolle.
In dieser Arbeit wird gezeigt, wie der wichtigste ökonomische Parameter, die monetären Systemkosten, ohne Bewertungsprobleme in die ökobilanzielle Systembetrachtung integriert werden kann. Dazu wird bei unterschiedlich teuren Systemen das preisgünstigere solange verbessert, bis es kostenmäßig dem vorher teureren gleicht. Es werden deshalb nicht – wie sonst üblich – technisch gleichwertige Systeme ökobilanziell mit einander verglichen, sondern Systeme, die das gleiche kosten.
Das Verfahren wird an Fenstern erläutert. Zu dem Fenstersystem gehören Herstellung, langjährige Nutzung (Wartung und Heizung) und Verwertung. Ausgangspunkt ist ein "Standardfenster" mit guten Wärmedämmwerten. Es ergeben sich dann relativ geringe kobilanzielle Unterschiede zwischen PVC- und Holz-Fenstern und etwas größere zwischen den beiden und dem Aluminium-Fenster.
Kostenmäßig sind PVC-Fenster mit Abstand am günstigsten. Deshalb wird für das PVC-Fenster berechnet, wie sich eine Systemoptimierung etwa durch den Einsatz von teureren High-Tech-Glasscheiben ökobilanziell und kostenmäßig auswirkt. Die Optimierung verteuert das PVC-Fenster, es bleibt aber dennoch kostengünstiger als die Standardfenster aus Aluminium oder Holz. (Um eine gleiche Kostenbasis zu erreichen, wären weitere Optimierungsschritte nötig und möglich. Das wird hier aber nicht weiter untersucht, da das Ergebnis in der Tendenz vorhersehbar ist.)
Die Optimierung verbessert ökobilanziell gerade die ökologischen Schlüsselgrößen wie Energieverbrauch und die CO2-Emissionen wesentlich, weit über die geringen Unterschiede bei den Standardfenstern hinaus. |