PVC ist der bestuntersuchte Kunststoff. Langlebige Produkte aus Hart-PVC (Fenster, Rohre...) sind im Gebrauch absolut unbedenklich und nach der Entsorgung chemisch "inert". D.h. sie stellen keine Umweltbelastung dar.
Im folgenden einige bemerkenswerte Aussagen aus der (Umwelt)-Politik:
Life Cycle Assessment of PVC and of principal competing materials, Studie im Auftrag der EU-Kommission, April 2004 (Auszug aus der erweiterten Zusammenfassung der Studie, Seite 7/8)
"...Alle analysierten Studien (die Daten und Modelle mit einer ausreichenden Qualität enthielten, so dass die Studie berücksichtigt werden konnte) kamen zu dem Schluss, dass alle in Frage kommenden Konkurrenzwerkstoffe für Fensterrahmen (PVC, Aluminium, Holz-Aluminium und Holz) ihre Stärken und Schwächen haben.
Erweiterte Zusammenfassung DEUTSCH!
Beschluss des Stadtrats der Landeshauptstadt Magdeburg vom 4. Dezember 2003:
"Bei Vorhaben des Hochbauamtes sind bei der Planung und Sanierung von Hochbauten neben Holzfenstern alternativ auch Kunststofffenster auszuschreiben.
Begründung:
Hart-PVC ist das preiswertere Material gegenüber Holz. Sein Einsatz führt zu Kostenreduzierungen ... PVC-Fenster erreichen inzwischen bei allen Umweltparametern ein vergleichbares Ökoprofil wie Fenster aus einheimischem Nadelholz ... Es gibt inzwischen flächendeckende Recyclingmöglichkeiten für PVC-Produkte."
ANMERKUNG: Auch in Österreich existiert ein flächendeckendes Rücknahme-Netz für ausgediente Kunststoff-Fenster. Die gesammelten Fenster werden stofflich wiederverwertet (also weder deponiert noch verbrannt, sondern zu Recyclat verarbeitet).
Positionspapier des österreichischen Umweltministeriums zu PVC von Dr. Thomas Jakl und Ing. Eva-Maria Reiss:
"...Bei Fenstern (Hart-PVC) ist unter der Voraussetzung hoher Recyclinganteile und einer Kunststoffstabilisierung auf Ca/Zn Basis durch die besondere Berücksichtigung der Nutzungsphase und bezogen auf eine Gebäudestandzeit von 80 Jahren die Anwendung von PVC aus Umweltsicht tolerierbar. Technische Vorteile ergeben sich in den Bereichen Pflege und Instandhaltung von PVC-Fenstern..."
ANMERKUNG: Alle vom ÖAKF erfassten Kunststoff-Fenster werden stofflich recycliert; seit Jahren erfolgt die Stabilisierung nur mehr auf Ca/Zn-Basis; Kunststoff-Fenster brauchen keine Anstriche ... kurz, die o.e. Vorteile sind Realitat.
Der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen hat als das höchste, unabhängige Umweltgremium in Deutschland in seinem "Umweltgutachten 1998" den Wissensstand zu PVC zusammengefasst: "Er (der Rat) sieht die mit dem Werkstoff PVC heute verbundenen Gesundheits- und Umweltrisiken - im Vergleich zu Substituten wie PET, PP und anderen - nicht als so schwerwiegend an, dass sie ein Verbot oder umfangreiche Verwendungsbeschränkungen rechtfertigen würden."
ANMERKUNG: Ist die Verweigerung von Fördergeldern für Kunststoff-Fenster nicht auch eine ungerechtfertigte Beschränkung?
Das Umweltbundesamt hat bereits 1999 eine differenzierte Einschätzung: Hart-PVC-Produkte wie Fenster und Verpackungsfolien werden als ökologisch akzeptabel beurteilt, mit Phthalaten weichgemachte PVC-Produkte vor allem wegen ökotoxischer (nicht humantoxischer) Bedenken abgelehnt.
Die 1999 erschienene Studie der PROGNOS AG Basel ist die derzeit einzige Studie, die PVC-Produkte und ihre Substitute nicht nur unter ökologischen sondern auch ökonomischen und sozialen Kriterien (also unter "Nachhaltigkeitsaspekten") betrachtet. Dabei schneiden PVC-Produkte kurz- und mittelfristig generell günstiger als die Alternativen ab, langfristig werden vor allem Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen günstiger beurteilt (Erschöpfung von Erdöl etc.).
Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (D) auf der Tagung "Ökobilanzen und Produktverantwortung" (5.7.2000)
"...Beispielsweise ist der Holzfensterrahmen gegenüber dem aus PVC nur dann ökologisch vorteilhafter, wenn neben hoher Verarbeitungsqualität ein baukonstruktiv bedingter guter Wetterschutz realisiert wird, eine lange Nutzung durch Wartung und Pflege gewährleistet ist sowie die Anstriche mit umweltfreundlichen Lacken erfolgen..."
Weiterhin wurde festgestellt, dass in keiner der bestätigten Studien ein Werkstoff als "Gewinner" ermittelt wurde. Die meisten der Studien kommen zu dem Schluss, dass keiner der Werkstoffe insgesamt Vorteile bei den betreffenden Standardwirkungskategorien für die Ökobilanz hat, für einzelne Kategorien kann die jedoch durchaus der Fall sein.
Es scheint, dass das größte Potential zur Verbesserung der Ökobilanz bei Fenstern durch eine Konstruktionsoptimierung und spezifische Konstruktionsprozesse erschlossen werden kann, das heißt, durch höhere Qualität der Fenster für ihre Hauptaufgabe, die Einsparung von Heizenergie in der Nutzungsphase (beispielsweise Senkung der spezifischen Wärmeverluste).
Ein weiterer Grund für die Optimierung der Konstruktionen könnte die Erhöhung des Einsatzes von Sekundärmaterial oder die Senkung des Materialverbrauches für die gleiche Funktion sein. Die Auswahl des Werkstoffes selbst ist daher von geringerer Wichtigkeit, solange der Werkstoff die gewünschte Systemqualität eines Fensters gewährleisten kann." |