Die Expertise „PVC heute“ (Univ.-Doz. Dr. Andreas Windsperger, Inst. f. industrielle Ökologie) widerspricht gängigen Ansichten und stellt dem viel diskutierten Werkstoff in Umweltbelangen ein positives Zeugnis aus. Vorausgesetzt, es handelt sich um PVC, das nach (west)europäischen Standards produziert wurde und frei von bestimmten Zusätzen ist.
Genau dort setzt die Kritik der Praktiker an: Herkunft und Zusatzstoffe sind für den Konsumenten nicht erkenntlich. Was fehlt, ist eine leicht zu handhabende Orientierungshilfe bzw. Kriterien, wie sie beispielsweise in der Schweiz (eco-devis 371) seit Beginn des Jahres vorliegen.
Die Branche erwartet eine differenzierte Bewertung von PVC-Produkten
Auf Basis der aktuellen Faktenlage fordert der ÖAKF – Österr. Arbeitskreis Kunststoff-Fenster – eine Überprüfung und Revision der derzeit verbreiteten, undifferenziert ablehnenden Haltung zu PVC. Dies betrifft insbesondere die Bereiche
- Förderungen für Neubau und Sanierung
- Beschaffung und Vergabe der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Gemeinden)
- sonstige marktbeeinflussende Regelwerke und Publikationen der Hoheitsverwaltung.
In Österreich hergestellte Kunststoff-Fenster aus PVC erfüllen alle Forderungen an ein „ökologisch interessantes“ Produkt (siehe auch Schweizer Ökobewertung für Fenster eco-devis 371):
- Fensterprofile bestehen aus Hart-PVC und enthalten daher niemals Weichmacher
- Fensterprofile werden in Österreich seit Mitte der 90er Jahre „bleifrei“ hergestellt
- Fenster sind langlebig (typische Einsatzdauer 30-40 Jahre)
- Alt-Fenster aus PVC werden (ebenso wie Profilabschnitte aus der Produktion) von einem österr. Unternehmen (Reststoff-Technik GmbH in Henndorf/Szbg) wieder zu Profilmaterial rezykliert.
- PVC-Fenster erlauben die höchste Energieeinsparung und CO2-Einsparung pro investiertem Euro – sie sind insbesondere im Niedrigenergiehaus und Passivhaus erste Wahl.
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