Architektur

Architektur ist Freiheit - Freiheit der Form, Freiheit der Farbe, Freiheit des Materials

Christian Klinger, Internorm

DI Hermann Dorn über die Kunst des Architekten


 
Sensibilität, Kreativität, technisches Know-How – all diese Eigenschaften muss ein Architekt in sich vereinen, um die Wünsche und Vorgaben seiner Auftraggeber realisieren zu können. Architekt DI Hermann Dorn, geschäftsführender Eigentümer von Trecolore Architects und Projektentwickler aus Leidenschaft,  bringt  neben  all diesen Qualifikationen auch ein hohes Maß an wirtschaftlicher Kompetenz ein. Die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hat er zu einem wesentlichen Parameter  der Planungsleistungen von trecholore Architects erhoben.

Moderne Architektur hat vieles zu berücksichtigen, die  Wünsche  der Auftraggeber, die Lage wie auch die Aspekte der Nachhaltigkeit: Ist der gestalterische Spielraum dadurch eingeschränkt und es gibt es dabei Unterschiede ob es sich um ein Projekt der öffentlichen Hand, eines gewerblichen Gebäudes oder um den Wohnbau handelt?

Die technische Entwicklung die schreitet rasant voran. Die damit in Zusammenhang stehenden Parameter betreffend Baukosten, Betriebs- oder Folgekosten werden oft nur über Zahlen dargestellt. Sie spiegeln die Realität nicht wider bzw. sind teilweise Auftraggeber und Auftragnehmer überfordert.

Bei einer gelungenen Projektrealisierung ist es daher wichtig den größtmöglichen, gemeinsamen Nenner zu finden und alle Faktoren anteilsmäßig bestmöglich zu berücksichtigen. Die Abwicklung von öffentlichen Aufträgen bzw. gewerblichen Projekten läuft pragmatischer und meist in seiner Vorbereitung professioneller ab als bei privaten Auftraggebern. Der private Auftraggeber ist aber flexibler in der Miteinbeziehung neuer Techniken und oft daher näher am Puls der Zeit.
Für den Architekten ist es wichtig, das Wesentliche zu erkennen und mit seinen Projektpartnern das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, das fast immer einen Kompromiss darstellt. Die Ausgewogenheit dieses Kompromisses ist die Kunst des Architekten.

„Green Building“ ist nicht mehr  - „Blue Building“ heißt die neue Entwicklung: Sind damit verbundene Zertifizierungen eher für den Immobilienverwerter durch bessere Vermarktungsmöglichkeiten oder auch für die Benutzer/Bewohner wichtig?

Die Nachhaltigkeit von Gebäuden war schon immer ein wesentlicher Bestandteil unserer Planungen, die individuell abgestimmt in unsere Arbeit mit einbezogen wird. Was wir in unserer Unternehmensphilosophie plakativ als „Blick über den Tellerrand“ bezeichnen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit – wer die Interessen des Bauherrn nicht maßgeblich berücksichtigt, wird nicht in der Lage sein, den Auftraggeber zufrieden zu stellen.

Zertifizierungen tragen dazu bei, Standards zu schaffen, können aber nicht das Einfühlungsvermögen des Architekten ersetzen, wenn es darum geht, die bestmögliche Lösung für den Bauherrn zu erarbeiten. Diese kann aufgrund unterschiedlichster Vorgaben und Parametern auch außerhalb zertifizierter Richtlinien liegen und trotzdem die Ideallösung für den individuellen Auftraggeber sein. 

Wie geht man als Architekt mit Detailvorgaben des Auftraggebers, etwa Materialausschluss, um?

Der Architekt fungiert in erster Linie als Vertrauensperson und künstlerischer wie auch technischer Berater des Auftraggebers. Vorgaben des Auftraggebers werden grundsätzlich berücksichtigt, sollten aber immer hinterfragt werden. Erst nach Vorliegen einer gesamtheitlichen Gestaltungsüberlegung sowie Kosten- und Funktionsanalysen sollte ein Materialausschluss durchgeführt werden. Kunststofffenster sind historisch bedingt in vielen Köpfen noch 2. Wahl. Dies hat sich in den letzten Jahren aber geändert. Ich vertrete daher die Meinung, dass im Verlauf eines Planungsprozesses verschiedene Argumentationen in Betracht zu ziehen sind – auch abseits der Kostenfaktoren – die für einen Einsatz von Kunststofffenster sprechen.  Die Indikatoren zu einer derartigen Festlegung müssen mit dem Auftraggeber umfangreich diskutiert werden.

Das Gebäude ist mit der Optik nach außen die Visitenkarte des Architekten, dennoch schafft er Räume nach innen: Wie bringt man Funktionsvorgaben und budgetäre Rahmenbedingungen in einem Plan zusammen?

Das verfügbare Budget und das technisch Machbare treffen auf eine Variable, die oft nur mit viel Kreativität ergründet werden kann: Die individuellen Vorstellungen des Bauherrn. Schwierig nicht zuletzt, weil oft selbst dieser sich nicht über seine wahren Bedürfnisse im Klaren ist. Aber auch Grundstück und Lage geben Parameter vor, die großen Einfluss auf die Architektur haben. Letztendlich ist es die Aufgabe des Architekten, alle diese Komponenten auf einen stimmigen, gemeinsamen Nenner zu bringen. Dafür gibt es bestimmt kein Patentrezept, vielmehr ist es ein Konglomerat aus Sensibilität, Kreativität und technischem Know How.

Der Einsatz von Kunststofffenster kann dabei vielfältige Gründe haben, die sich aber letztendlich positiv auf Funktionalität und Budget auswirken. Das traditionell schlechtere Image von Kunststofffenstern kann durch kompetente Information weitgehend entkräftet werden.

Bei vielen Neubauten, ob Wohnhaus, Hotel oder Bürogebäude, dominieren große Glasfronten. Fenster müssen daher über beste Wärmedämmwerte verfügen:  Geht man als Architekt mit gewissen Materialvorstellungen dafür an die Planung?

Die Festlegung der Materialien erfolgt meistens erst nach Vorliegen der Gestaltungsüberlegung. Oft werden Materialvorgaben durch physikalische Umstände eingeschränkt. In den seltensten Fällen werden Materialien vorab festgelegt, es sei denn, dass sie durch die zu erfüllende Aufgabenstellung (wie z. B. Holzhaus) vordefiniert sind.  Der Einsatz von Kunststofffenster und die damit in Zusammenhang stehenden Überlegungen geht meist einher mit technischen wie auch kostenrelevanten Parametern und wird zu einem sehr späten Zeitpunkt der Projektrealisierung festgelegt.


Architekt Dipl.-Ing. Hermann Dorn ,geb. 5.3.1970 in Villach, Architekturstudium an der Technische Universität Graz, Staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker
Bedeutende Projekte:

  • Österreich Pavillon EXPO 2005 in Aichi/Japan (Wettbewerbserfolg, EU-weite Auslobung)
  • Masterplan für die Wörthersee Ostbucht
  • Sanierung und Umbau WKO Außenhandelsstelle Tokio
  • Exhibition Design für die Österreich Beteiligung der WKO an bedeutenden internationalen Messen wie z. B. der  ICFF New York, der INDEX Dubai, ITS Orlando, Greenbuild Toronto, Ecobuild London etc.
  • Seepark Hotel – Congress & Spa Klagenfurt am Wörthersee
  • Umbau und Sanierung Volksbank Gmünd (denkmalgeschützte Bausubstanz)
  • Kreativkonzept und Exhibition Design „Erlebnis Energie“ St. Veit/Glan


www.trecolore.at







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